Senionrenmarketing zielt je nach Definition auf Menschen 60+ 70+ 80+ ab. Best Ager, Silver Livers oder Golden Ager sind nur einige Benennungen, die mittlerweile als positive Umschreibung für aktive SeniorInnen verwendet werden. Vor dem Hintergrund des Anstiegs der älteren Bevölkerung (Demografischer Wandel) gewinnt das Thema immer stärker auch in dem betriebswirtschaftlichen Alltag an Präsenz. Besonders Marketing, Kundenservice und der Vertrieb sind gefordert dieses Geschäftsfeld zu bedienen und die Bedürfnisse der Kund_innen (Best Ager, Silver Livers oder Golden Ager, etc.) zu befriedigen.
Seniorenmarketing muss Alterseffekte berücksichtigen
Seniorenmarketing bzw. Best Ager-Marketing unterstellt der Zielgruppe der Senior_innen per se Leistungsbeeinträchtigungen des Körpers und der Sinnesorgane im Vergleich zu anderen Zielgruppen. Dies stimmt sicherlich in vielen Fällen nicht. Wir wissen, dass sich die aktiven Jahre der Bevölkerung immer mehr erhöhen. Dennoch sind Alterseffekte biologisch vollkommen natürlich. Leistungsbeeinträchtigungen haben Auswirkungen auf die Motive von betroffenen Personen egal ob SeniorInnen oder in einer andere Altersgruppe (Menschen mit Behinderung).
Häufig besteht der Wunsch darin, vorliegende Defizite auszugleichen. Dies kann direkt, also aktiv durch die Person selbst erfolgen (z.B. das Tragen einer Brille oder der Einsatz einer Lupe um gewisse Sehbeeinträchtigungen zu reduzieren oder das nutzen von Vergrößerungsoptionen des Computers). Ein indirekter, also passiver, Versuch des Ausgleichs liegt vor, wenn äußere Faktoren dazu dienen die Umwelt (z.B. durch größere Schrift, guter Usability, Barrierefreiheit, etc.) seniorInnenfreundlich zu gestalten. Hier können Unternehmen mit geeigneten Angeboten Wettbewerbsvorteile nutzen (Helm, Scheunert & Landschulze, 2012, S. 435)1.
Einsatz von Alterssimulation in Produktenwicklung & Marketing
Workshops mit Alterssimulationsanzügen ermöglichen Unternehmen und Marketingteams, die Perspektive älterer Menschen direkt zu erleben. Besonders im Senioren Marketing und Best Ager Marketing hilft diese praxisnahe Erfahrung, Bedürfnisse, Einschränkungen und Erwartungen dieser wachsenden Zielgruppe besser zu verstehen. Teilnehmende spüren altersbedingte Veränderungen in Mobilität, Kraft, Sinneswahrnehmung und Koordination, wodurch Produkte, Dienstleistungen und Marketingbotschaften realistischer und nutzerzentrierter gestaltet werden können.
Die Zielgruppe 50+ ist einer der größten und kaufkräftigsten Märkte unserer Zeit. Viele Marketingmaßnahmen verfehlen ihre Wirkung, weil die tatsächlichen Einschränkungen und Wünsche älterer Menschen nicht berücksichtigt werden. Workshops mit Alterssimulationsanzügen schaffen ein direktes Empathie-Erlebnis, das Teams sensibilisiert, Serviceprozesse, Produktdesign und Kommunikation altersgerecht zu entwickeln.
Darüber hinaus zeigt die Methode, wie physische Einschränkungen – etwa eingeschränkte Reichweite, reduzierte Seh- oder Hörfähigkeit – die Nutzung von Produkten, Webseiten oder Services beeinflussen. So können Marketingmaßnahmen praxisnah getestet und optimiert werden.
Inhalte der Workshops
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Erleben von Mobilitäts- und Sinneseinschränkungen aus Sicht älterer Menschen -
Analyse von Produkten, Services und Verkaufsflächen auf Barrierefreiheit und Nutzerfreundlichkeit
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Kundenkommunikation und Marketingbotschaften reflektieren und anpassen
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Ableitung konkreter Optimierungsmaßnahmen für Produkte, Services und Verkaufsprozesse
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Sensibilisierung und Empathieentwicklung für alle Mitarbeitenden im Marketing und Vertrieb
Zielgruppen für Workshops
Workshops mit Alterssimulationsanzügen eignen sich für:
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Marketing- und Produktteams, die Best-Ager-Zielgruppen ansprechen
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Vertriebs- und Servicepersonal, um Kundenbedürfnisse praxisnah zu erleben
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Führungskräfte, die strategische Entscheidungen für Seniorenprodukte treffen
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UX- und Produktdesigner:innen, die altersgerechte Produkte entwickeln
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Unternehmen, die innovatives, zielgruppenorientiertes Marketing implementieren möchten
Implementierung von Seniorenmarketing und Best Ager-Marketing
Unternehmen die Bedürfnisse von älteren Kund_innen befriedigen wollen, sind angehalten sich besonders mit Barrierefreiheit auseinander zu setzen. So liefern zum Beispiel die Gestaltungsanforderungen in den Baunormen zu Barrierefreiheit (in Österreich ÖNORM B1600 ff) eine gute Orientierungshilfe an die Gestaltung von Verkaufsräume (Shops aber auch Hotels, Restaurants, etc.). An dieser Stelle sei auch auf die Gefahr von Schadenersatzforderungen auf Grund von Diskriminierung/Ausgrenzung von älteren Menschen und Menschen mit Behinderung durch bauliche Barrieren.
Eine weitere Möglichkeit sich den Bedürfnissen von Senioren_innen anzunähern sind Seminare und Trainings mit dem Alterssimulationsanzug. Hierbei können Unternehmenvertreter, Mitarbeiter_innen und Verantwortliche selbst aktiv Leistungsbeeinträchtigungen und Alterseffekte erleben. Dies unterstützt bei dem Verständnisaufbau von Bedürfnissen von Senioren bzw. Best Ager, Silver Livers oder Golden Ager und hilft bei der (Re-)Gestaltung von Produkten, Räumen und Prozessen.
Beratung Seniorenmarketing / Best Ager Marketing
Im Zuge unserer Prxis haben wir schon zahlreichen Fragestellungen im Bereich Senioren Marketing bzw. Best Ager Marketing bearbeitet.
Senioren Marketing ist ein besonderes und spannendes Handlungsgebiet, denn es handelt sich um ein Thema mit immer höherer Relevanz und man kann auf Knowhow aus verschiedene Fachdisziplinenen zurückgreifen.
So spielen die bauliche Gestaltung am Point of Sale (POS) und im Internet beim Webshop eine wichtige Rolle. Auf der anderen Seite darf man nicht auf psychsosozialen und kommunikativen Aspekte vergessen.
Nachfolgend finden Sie einige Umsetzunsgbeispie zu Senioren Marketing bzw. Best Ager Marketing aus unserer Praxis:
- Wohnraumgestaltung altergerechtes und barrierefreis Wohnen
- individuelle Gesundheitsförderung
- Gestaltungsanforderungen an Webseiten und Webshops
- geszielte Ansprache von und Kommunikation mit Senior_innen (Best Ager)
- Generationendialog
Literturverzeichnis zu Senioren Marketing und Best Ager Marketing
1 Helm, R., Scheunert, U., & Landschulze, S. (2012). Was wissen wir zum (Konsumenten-) Verhalten von Senioren? – Eine alterseffektbasierte Status-Quo-Literaturbetrachtung des Seniorenmarketing. Die Betriebswirtschaft;, 72, 427–446, from https://www.researchgate.net/publication/270559174.
