Der demografische Wandel stellt das Bau- und Baunebengewerbe vor neue und komplexe Herausforderungen. Einerseits steigt der Anteil älterer Menschen in der Gesellschaft kontinuierlich, andererseits verändern sich die Anforderungen an Planung, Bauausführung und Nutzung von Gebäuden grundlegend. Altersgerechtes Bauen, Barrierefreiheit, Universal Design und Design for All sind längst keine Sonderlösungen mehr, sondern zentrale Qualitätsmerkmale zeitgemäßer Architektur und Bauplanung.
Ein Alterssimulationsanzug Seminar im Bau- und Baunebengewerbe ermöglicht es Fachkräften, diese Anforderungen nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern körperlich und räumlich zu erleben. Mit dem Alterssimulationsanzug versetzen sich Teilnehmende in die Perspektive älterer Menschen und erfahren unmittelbar, wie eingeschränkte Mobilität, reduzierte Kraft, veränderte Wahrnehmung und Sehbeeinträchtigungen die Nutzung von Gebäuden beeinflussen.
Das Seminar richtet sich an Architekt_innen, Planer_innen, Bauleiter_innen, Projektentwickler_innen, Fachkräfte aus Bauunternehmen sowie Mitarbeitende aus Baunebengewerben sowie an Immobilienmakler_innen und Hausverwaltungen. Ziel ist es, bauliche Vorschriften, Normen und gesetzliche Vorgaben zur Barrierefreiheit praxisnah erlebbar zu machen und ein tiefes Verständnis für nutzerorientierte, altersgerechte Planung zu entwickeln. Der Alterssimulationsanzug wird dabei bewusst als pädagogisches Werkzeug eingesetzt – eingebettet in Fachinput, Reflexion und Kompetenzentwicklung.
Warum ein Alterssimulationsanzug Seminar im Bauwesen sinnvoll ist
Gebäude, Verkehrsflächen und Infrastrukturen wirken auf Plänen oft logisch, übersichtlich und normgerecht. In der realen Nutzung zeigen sich jedoch häufig Barrieren, die für jüngere, mobile Menschen kaum wahrnehmbar sind. Stufen, Rampen, Türbreiten, Handläufe, Bodenbeläge oder Beleuchtung können für ältere Menschen erhebliche Einschränkungen bedeuten.
Das Alterssimulationsanzug Seminar schafft einen Perspektivenwechsel, der Planungsentscheidungen nachhaltig beeinflusst. Teilnehmende erkennen, wie komplex wirkende bauliche Lösungen im Alltag tatsächlich erlebt werden. Dadurch wird klar, warum Barrierefreiheit nicht als Einschränkung, sondern als Qualitätsmerkmal guter Bauplanung zu verstehen ist.
Welchen Mehrwert bietet der Alterssimulationsanzug im Baugewerbe?
Der Einsatz von dem Alterssimulationsanzug GERT auch Alterssimulator genannt, ermöglicht im Rahmen von Fachseminaren die komplexe Thematik der Barrierefreiheit praxisnahe zu vermitteln. Durch den Perspektivenwechsel ins „höheres Alter“ und aus Sichtweise von unterschiedlichen Behinderungen können die rechtlichen Bestimmungen und baulichen Normen kompakt und anschaulich erlernt werden. Mit dem Alterssimulator kann in Kombination mit unseren Fachinhalten eine rasche Kompetenzentwicklung ermöglicht werden.
Vorteile durch den Altersanzug in Fachseminaren:
- Komplexe Sachverhalte klar und verständlich erklärt
- Hintergrundwissen und Nutzergruppenanforderungen
- Alltagssituationen und Herausforderungen authentisch und nachhaltig erleben
- Steigerung der Planungskompetenz von Barrierefreiheit
- Steigerung der Umsetzungskompetenz von Barrierefreiheit
Welche Einsatzmöglichkeiten von Alterssimulation im Bau- und Baunebengewerbe gibt es?
Die Einsatzmöglichkeiten vom Altersanzug sind sehr unterschiedlich. In den vergangenen Jahren haben wir für zahlreiche unterschiedliche Berufsgruppen im Bau- und Baunebengewerbe Fachseminare im Bereich der baulichen Barrierefreiheit unter Einbindung des Alterssimulators durchgeführt. Hier finden Sie eine Aufzählung der häufigsten gebuchten Seminare bzw. Trainings mit dem Alterssimulationsanzug nach Berufsgruppe und dem Themengebiet:
- Grundlagen und Fachfragen der baulichen Barrierefreiheit (Architekten und Baumeister)
- Das barrierefreie Bad und WC (Industrie, Sanitäreinrichter, Installateure)
- Brandschutz und Barrierefreiheit (alle Fachgewerke)
- Barrierefreie Anforderungen in öffentlichen Einrichtungen (Internes Baumanagement und Facility Management)
- Barrierefreie Immobilien (Immobilien-Verwalter und -Makler)
- Erlebnisstation für Kundenevents und Messen
Inhalte des Alterssimulationsanzug Seminars im Bau- und Baunebengewerbe
Das Seminar kombiniert theoretischen Fachinput mit praktischen Simulationen und reflektierenden Einheiten. Der Alterssimulationsanzug kommt dabei gezielt zum Einsatz, um bauliche Situationen realitätsnah zu erleben.
Typische Inhalte sind:
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Altersbedingte Veränderungen von Mobilität, Kraft und Koordination
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Einschränkungen des Sehens und der Wahrnehmung im gebauten Raum
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Wirkung von Stufen, Rampen, Neigungen und Bodenbelägen
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Orientierung, Leitsysteme und Beleuchtung aus Sicht älterer Menschen
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Barrierefreiheit vs. Universal Design / Design for All
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Praxisbeispiele aus Wohnbau, öffentlichem Raum und Gewerbebauten
Der Alterssimulationsanzug wird dabei nicht isoliert genutzt, sondern immer in Verbindung mit fachlicher Anleitung, Beobachtungsaufgaben und strukturierter Nachbesprechung.
Alterssimulationsanzug als pädagogisches Element im Bau-Seminar
Ein zentrales Merkmal des Seminars ist der pädagogische Ansatz. Der Alterssimulationsanzug dient nicht als Erlebnisattraktion, sondern als didaktisches Werkzeug zur Kompetenzentwicklung. Teilnehmende erhalten vor der Simulation fachliche Grundlagen und klare Beobachtungsaufträge.
Während der Simulation erleben sie typische Einschränkungen, etwa beim Treppensteigen, Gehen über unebene Flächen oder beim Orientieren in Gebäuden. In der anschließenden Reflexion werden diese Erfahrungen gemeinsam ausgewertet und mit baulichen Vorschriften, Normen und Planungsentscheidungen verknüpft.
So entsteht nachhaltiges Lernen, das über kurzfristige Eindrücke hinausgeht.
Barrierefreiheit, Universal Design und Design for All praxisnah erleben
Barrierefreiheit wird im Bauwesen häufig als reine Normerfüllung verstanden. Das Alterssimulationsanzug Seminar zeigt jedoch, dass Design for All und Universal Design weit darüber hinausgehen. Es geht um Gebäude, die für alle Menschen nutzbar, sicher und intuitiv verständlich sind – unabhängig von Alter oder Einschränkung.
Durch die Simulation erkennen Teilnehmende, wie kleine Details große Wirkung entfalten: fehlende Kontraste, ungünstige Handlaufhöhen oder schlecht platzierte Bedienelemente. Diese Erkenntnisse fließen direkt in zukünftige Planungen ein und verbessern die Qualität von Bauprojekten nachhaltig.
Zielgruppen im Bau- und Baunebengewerbe
Das Alterssimulationsanzug Seminar richtet sich unter anderem an:
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Architekt:innen und Stadtplaner:innen
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Bauleiter:innen und Projektmanager:innen
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Mitarbeitende von Bauunternehmen und Baunebengewerben
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Wohnbaugesellschaften und Bauträger
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Mitarbeitende öffentlicher Bauverwaltungen
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Planungsbüros für Infrastruktur und Verkehr
Sowohl Berufseinsteiger:innen als auch erfahrene Fachkräfte profitieren vom Perspektivenwechsel und der praxisnahen Wissensvermittlung.
Wie sieht der Seminarablauf und die Dauer mit dem Altersanzug aus?
Der Ablauf von einem Seminar mit dem Alterssimulator richtet sich nach dem gewünschten Setting.
In der Regel liegt die Dauer der Seminare bei 1,0 bis 2,0 Tagen und werden Inhouse abgehalten.
Die Gruppengröße liegt in der Regel bei 12 Personen.
