
Der Alterssimulationsanzug bietet die einmalige Gelegenheit, die körperlichen Einschränkungen des Alters realistisch zu erleben. Ob eingeschränkte Beweglichkeit, Gelenksteifigkeit, Kraftverlust oder reduzierte Sinneswahrnehmung – der Anzug simuliert altersbedingte Veränderungen und ermöglicht einen praxisnahen Perspektivenwechsel. Teilnehmer:innen erfahren nicht nur die physischen Herausforderungen, sondern werden auch für gesellschaftliche, berufliche und kommunikative Konsequenzen sensibilisiert.
Die Erfahrung mit dem Anzug geht weit über reine Selbsterfahrung hinaus: In Schulungen, Workshops und Seminaren wird die Nutzung immer pädagogisch eingebettet, ergänzt durch Fachinput, Reflexion und Handlungsempfehlungen. Mitarbeitende in Pflege, Gesundheitswesen, Handel, Gastronomie, Banken oder Industrie gewinnen so ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse älterer Menschen und können ihr Verhalten im Alltag entsprechend anpassen.
Darüber hinaus ist der Anzug ein wertvolles Instrument für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGM). Mitarbeitende erkennen die eigene körperliche Belastung, entwickeln Bewusstsein für Prävention und Bewegung und können langfristig Strategien für gesundes Altern am Arbeitsplatz ableiten. Auch für Schulen, Bildungseinrichtungen und öffentliche Veranstaltungen ist der Alterssimulationsanzug geeignet, um Empathie, Sensibilisierung und Sozialkompetenz zu fördern.
Es gibt eine Vielzahl an Begriffen, die für die Simulation von Alterserscheinungen mit Hilfe von Anzügen verwendet werden. Umgangsprachlich wird häufig vom „Altersanzug“ gesprochen. Auf Wikipedia wird der Hauptartikel unter „Alterssimulator“ geführt. Dies zeigt bereits, dass es einige paralelle Begriffe gibt.Hintergrund für die unterschiedliche Begriffe sind auch in der geschichtlichen Entwicklung von Simulationstools für das höhere Alter zu finden. Die verschiedenen Begriffe wie Altersanzug oder Alterssimulator sollen jedoch nicht weiter verwirren, meinen sie doch in Summe das gleiche. Nämlich den Perspektivenwechsel in das höhere Alter mit Hilfe von physischen Simulationselementen. Viel interessanter ist die Frage nach den unterschiedlichen Effekten und Veränderungen, die mit dem Alterssimulationsanzug erlebt werden können.
Welche Alterserscheinungen können erlebt werden?
Der Alterssimulationsanzug simuliert typische körperliche Einschränkungen, die im Alter häufig auftreten:
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Gelenksteifigkeit und Arthrose: Eingeschränkte Beweglichkeit in Armen, Beinen und Fingern.
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Kraftverlust: Weniger Muskelkraft, erschwertes Heben, Greifen und Tragen von Gegenständen.
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Eingeschränkte Koordination: Balanceprobleme, verlangsamte Bewegungen, Stolperrisiko.
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Sinneseinschränkungen: Eingeschränktes Seh- und Hörvermögen, reduzierte Reaktionsgeschwindigkeit.
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Bewegungseinschränkungen: Schwierigkeiten beim Treppensteigen, Bücken oder längeren Stehen.
Teilnehmende erleben die Auswirkungen auf alltägliche Aufgaben, wie Einkaufen, Treppensteigen, Schreiben oder das Bedienen technischer Geräte. Die direkte Erfahrung macht die physische Realität des Alterns greifbar und fördert Verständnis für die Herausforderungen älterer Menschen.
Pädagogische Wirkung und Mehrwert
Der Alterssimulationsanzug dient bei uns meist nicht als reines Erlebnis, sondern ist ein pädagogisches Werkzeug. Die Kombination aus Erlebnis, Fachinput und Reflexion ermöglicht:
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Empathie & Perspektivenwechsel: Teilnehmer:innen erkennen die körperlichen Grenzen und Herausforderungen älterer Menschen.
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Handlungskompetenz: Ableitung von praxisnahen Lösungen im Berufsalltag oder Alltagssituationen.
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Sensibilisierung: Bewusstsein für altersgerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen, öffentlichen Räumen und Dienstleistungen.
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Prävention: Erkennen eigener Belastungen und Förderung von gesundheitsbewusstem Verhalten.
Welcher Alterssimulationsanzug wird verwendet?
„Zeitreise ins Alter“ setzt den Alterssimulationsazug Model GERT ein. GERT steht für Gerontologischer Testanzug.
Die Gerontologie befasst sich den biologischen, medizinischen, psychologischen und sozialen Aspekt des Alterns der Menschen.
Welche Einschränkungen können mit dem Alterssimulationsazug erlebt werden?
Nachfolgend finden Sie ausgewählte Beeinträchtigungen, die mit dem Alterssimulationsanzug Model GERT simuliert werden können.
Einschränkung der Bewegung (Mobilität)
- Gelenkversteifung (Knie, Ellenbogen, Finger)
- Kraftverlust
- Einschränkung des Greifvermögens
- Einschränkung desKoordinationsvermögens
- Mentale Belastung
Einschränkung des Hörens
- Hochton Schwerhörigkeit
- Schwerhörigkeit
- Taubheit
Einschränkung des Sehens (inkl. Erweiterungsset)
- Einengung des Gesichtsfeldes
- Trübung der Linse
- Einschränkung in der Orientierung
- Katarakt (Grauer Star)
- Glaukom (Grüner Star)
- Diabetische Retinopathie
- Ablatio Retinae (Netzhautablösung)
- Makuladegeneration
- Retinitis Pigmentosa (Netzhautdegeneration)
Bestätigte Wirkungen zum Alterssimulationsanzug GERT
Nachfolgend finden Sie einige Auszüge aus aktuellen Studien zur Wirkungsweise der Alterssimulation mit dem Alterssimulator bzw. Altersaanzug GERT:
- 83 Prozent können mit dem Alterungsanzug sehr gut das Leben im höheren Alter nachempfinden 1
- 90 Prozent können sich durch die Alterssimulation besser in die Situation eines älteren Menschen hinein versetzen 1
- 95 Prozent können mit dem Alterungsanzug die körperliche Situation nachvollziehen 1
- Verändertes Greifvermögen können 95 Prozent feststellen 2
- Das Altersbedingte Gangbild konnten 80 Prozent wahrnehmen 2
- 70 Prozent derTeilnehmer geben eine gesteigerte geistige Belastung an 2
1Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Dr. med. S.A. Filz, Dr. med. W. Swoboda et al.)
2 Diplom-Psycholo¬ginnen Laura Schmidt und Katrin Jekel vom Netzwerk AlternsfoRschung
